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"Internationaler Kinderkeller" Burgblock

Es ist das Jahr 1982, die „Siedlung“ Burgstraße / Eichwaldstraße Heidestraße / Germaniastrasse in Frankfurt - Bornheim wird nach der Idee des damaligen Sozialdezernenten Martin Berg zu einer Altenwohnanlage umfunktioniert.
Die Arbeiterwohlfahrt Frankfurt errichtet im Innenhof des „Blocks“ ein Pavillongebäude als Begegnungsstätte mit Angeboten, Treffpunkt und Beratung für Senioren.
Der Kinderspielplatz muss weichen, eine kleine Sandkiste mit zwei kleinen Wippgeräten geraten an den Rand.

Ursula Happ, geboren am 6. 7.1944 lebt in der Siedlung, hat selbst zwei Kinder, diese sind aber bereits Teenies. Sie empfindet es als unglücklich: “Dabei sind die Jüngeren und die Ausländer ins Hintertreffen geraten“.

Sie will nicht, dass die Belange von Senioren und der notwendige Platz für Kinder gegeneinander ausgespielt werden. Sie ergreift – gemeinsam mit der Betreuerin der Begegnungsstätte der AWO - die Initiative.

Die Arbeiterwohlfahrt stellt Ursula Happ die Kellerräume unter dem Pavillon zur Verfügung. Der „Internationale Kinderkeller“ im Burgblock ist gegründet.
Ursula Happ engagiert sich ehrenamtlich, die Arbeiterwohlfahrt steuert noch 400 DM pro Jahr für kleine Anschaffungen hinzu.

Seit dieser Zeit ist der „Internationale Kinderkeller“ jeden Freitag von 15:00 – 19:00 Uhr ein zweites Wohn- und Spielzimmer für die Kinder aus dem Quartier.
Schnell kommen Kinder nicht nur aus dem Burgblock, die 6 – 13- Jährigen wohnen bis hinter den Günthersburgpark oder jenseits der Berger Straße in Bornheim.

Es ist das klassische Angebot für die Kleinen: Basteln, Singen, Kochen, Vorlesen und Ausflüge. Heute sind es freitags in der Regel bis zu 25 Kinder.

Was ist die Idee von Ursula Happ ?
„ Es sind deutsche und ausländische Kinder, aus der Türkei, Marokko, Afghanistan oder Polen – wir feiern alle Feste, ob christlich oder Ramadan. Wir wollen Frieden auf der ganzen Welt, keinen Fremdenhass und keine Ausländerfeindlichkeit“

Die Mütter der moslemischen Kinder schätzen ihr Engagement als Christin. Beides, Koran und Bibel sind da.
Oft kommen die Mütter samt kleinen Babys und alle sitzen zusammen, essen Mitgebrachtes oder Selbstgekochtes.
Es ist ein wichtiger Treffpunkt für die Mütter – Austausch von Erlebten und Hilfe im deutschen Bürokraten-Dschungel.

Ursula Happ hilft beim Umgang mit den Behörden, die Formulare und Anträge kennt sie, sie weiß was, in welchem Amt, notwendig ist.

Aber sie weiß auch schon lange, dass Bildung nicht erst seit der gegenwärtigen Diskussion um PISA der Schlüssel für die Teilhabe an einer gesicherten Zukunft für die Kinder ist. Sie geht mit den Eltern der ausländische Kinder in die Schule, erreicht, dass mit gemeinsamer Anstrengung – Hausaufgaben und Lernen – so manche Sackgasse auf einer Sonderschule für ihre Schützlinge vermieden wird.

Ramona kam mit 9 Jahre in den Kinderkeller. Ramona ist ein Sinti-Kind, Ursula Happ hat sie und ihre Mutter auf der Straße kennen gelernt und in den Kinderkeller eingeladen. Ramona ist zudem schwer krank, behindert, sie hat einen Tumor im Kopf.
Die integrative Arbeit ist ein harter Weg. Heute ist Ramona 21 Jahre alt, Ramona kommt immer noch in den Kinderkeller, hat einen wichtigen Bezugspunkt in ihrer Wahrnehmung gefunden und ist akzeptiert bei den Anderen.

Einige der ausländische Mütter, die heute Freitag-Nachmittag im Kinderkeller zusammenkommen, waren zu Beginn selbst kleine Gäste. Heute sind sie mit ihren eigenen Kindern da. Sie wissen, Ursula Happ ist herzensgut und als Kind kann man hier viel Freude und Spaß erleben.

Ursula Happ sagt selbst: „Meine große Familie...“

Die Senioren der Siedlung hat sie keineswegs vergessen. Sie arbeitet bei der Seniorenbetreuung mit und hat einen Mittagstisch – 2 x pro Woche – mit drei HelferInnen ins Leben gerufen. Hier wird noch selbst geschnipselt und zubereitet – die Senioren aus der Nachbarschaft nehmen das Angebot gerne wahr, denn in der täglichen Einsamkeit ist das gemeinsame Essen so wertvoll.

Warum die Einen (Senioren) oben und die Anderen (Kinder) unter ?
Ursula Happ baut Brücken zwischen den Generationen und Kulturen – einzigartig.
Die Senioren basteln zusammen mit den Kindern für Ostern oder Weihnachten. Die Kinder treten bei den Veranstaltungen der Senioren mit Theatersketchen und Liedern auf.

Nur miteinander – Kinder, ausländische Mütter/Eltern und Senioren – kann man Grenzen und Vorurteile minimieren und überwinden. Im „Internationalen Kinderkeller“ im Burgblock gelingt dies – im Kleinen – prächtig. Es gibt keine Fremdenfeindlichkeit.

Die Arbeiterwohlfahrt gibt heute 400 Euro für das Nötigste. Ursula Happ: „ Die Finanzierung unserer Kindergruppe ist immer wieder ein Abenteuer“. Deshalb verkaufen sie und die Kinder bei Basaren das Gebastelte, legendär, mit viel Spaß hergestellt, sind immer wieder die Waffeln am Stand des „Internationalen Kinderkellers“

Kommt man die Treppe runter in den Kinderkeller ist der Besucher erstaunt. Keine dunklen Kellerräume verschrecken, nein, in der Mitte ein riesiger gebrauchter Tisch, drum herum viele unterschiedliche Stühle und an den Wänden all die Kunst-Werke der Kinder aus über 20 Jahren. Es hat den „Flair“ aus 1001-Nacht, kleine Perlen und Steinchen des Ausgestellten glitzern im Licht der Lampen.
Hier hat die moderne Einrichtung einer Regelbetreuungseinrichtung keinen Platz.

Ursula Happ sammelt Alles, was brauchbar ist, vom Puppenwagen zum Bastelpapier. Alles hat seinen Platz, für die Ideen der Kinder sind die passenden Materialien immer da.

Auf die Frage, was Ursula Happ denn kurzfristig machen möchte, fragt sie zurück: „Woher bekomme ich denn am Günstigsten Speckstein – das würde den Kindern Spaß machen“. Es ist sicher, Ursula Happ wird eine Lösung finden, die Bearbeitung des Specksteins durch die Kinder steht kurz bevor.

Wir, die Arbeiterwohlfahrt Frankfurt schätzen das Engagement von Ursula Happ sehr. Sie ist unsere Vorsitzende im Ortsverein der AWO in Bornheim. Der Burgblock ist ihr zu Hause, sie gibt ihm ein Gesicht.

Ursula Happ kann im Sinne von Zielstrebigkeit sehr eigenwillig sein, manchmal ist dies nicht einfach, aber wir sind absolut sicher, dass sie mit Ihren Idealen und Werten eine wichtige Hilfe und Orientierung für die Menschen ist, denen sie begegnet, bzw. die ihr begegnen, ob ganz klein oder schon länger größer.

Wir schlagen Ursula Happ mit dem „Internationalen Kinderkeller“ für den Bürgerpreis 2008 der 1822 – Stiftung der Frankfurter Sparkasse vor.
Wir laden Sie ein, den Kinderkeller zu besuchen – Ursula Happ wird dort sein.

Ursula Happ
Vorsitzende
Tel.: 069 / 491905
Burgstraße 84
60385 Frankfurt am Main

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