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20. April 2017

Neue Unterkunft für Geflüchtete

Beim Betreten des Henriette-Fürth-Hauses öffnet sich die Tür zu einer Parallelwelt. Die Halle im Gutleutviertel beherbergte zuvor eine Druckerei. Jetzt ist sie mit in langen Reihen angeordneten Wohnparzellen gefüllt, in denen mehr als 200 geflüchtete Männer Unterkunft gefunden haben. Sie flohen vorwiegend aus Afghanistan, Syrien und Eritrea. Auch zwei geflüchtete Türken finden sich unter ihnen. Zu viert teilen sie sich jeweils einen kleinen Raum, ein bescheidenes Obdach. Nach einer langen, traumatisierenden Flucht hoffen sie auf eine Chance, ins Berufsleben einsteigen und eine eigene Wohnung beziehen zu können.

Sie haben Glück, von dem beherzten und erfahrenen Team des AWO Kreisverbandes Frankfurt betreut zu werden. Petra Fischer-Thöns, Abteilungsleiterin Flüchtlingshilfe, und ihre Mitarbeiter verbreiten gute Laune und sind mit Leib und Seele für die Geflüchteten im Einsatz. Mitte Dezember gelang ihnen eine logistische Meisterleistung. In zweieinhalb Tagen wurden alle Männer mit einem persönlichen Handschlag und Willkommensgruß in Empfang genommen und zu ihrem Zimmer begleitet. Kurz darauf dampfte das Begrüßungsessen auf den Tischen. Zuvor hatte das Team innerhalb kürzester Zeit die Ausstattung der Halle mit allem was es zum Leben braucht gemanagt.

MIT KILOMETERZÄHLER DURCH DIE HALLE
„Wir waren super vorbereitet“, erklärt Petra Fischer-Thöns. „Das liegt daran, dass ich ein Team zusammengestellt habe, in dem fast alle Hallenerfahrung haben. Außerdem haben wir einen tollen Zusammenhalt.“ Dennoch waren die ersten Tage extrem anstrengend und abends waren alle platt. Der Kilometerzähler des Smartphones dokumentierte eine täglich gelaufene Strecke von zehn Kilometern. Inzwischen sind es „lediglich“ noch fünf bis acht Kilometer, die jeder im Team pro Tag in der Halle zurücklegt. Darum tragen alle Turnschuhe – in modisch-bunten Varianten, versteht sich.

Auf unserem Weg durch die Halle begegnen uns etliche Securities die dafür sorgen, dass gelegentliche Konflikte nicht ausufern und die Männer vor möglichen Angriffen von außen geschützt sind. Bislang gab es noch keinen Polizeieinsatz. „Alles in allem ist es hier erstaunlich friedlich, wir kommen gut miteinander klar“, berichtet Petra Fischer-Thöns. „Die meisten Männer sind noch jung und haben ab und an Heimweh, ihnen fehlt die Mutter. Dann wird schon mal eine Runde geweint. Wir sind dann einfach da und geben ihnen Geborgenheit, auch das gehört zur Betreuung.“

SCHMUCKSTÜCK IM KELLER: DER FITNESSRAUM
Wir durchstreifen den Speise- und Aufenthaltsraum mit Kicker und TV, in dem ein Verpflegungsdienstleister täglich alle Mahlzeiten anbietet. Es gibt Räume, in denen in Ruhe gearbeitet werden kann, ab Mitte März ist Sprachunterricht geplant. Außerdem braucht es einen Computerraum. Vorm Tischtennisraum läuft uns Nedal Dasan in die Arme. Der Physiotherapeut und Personal Trainer aus dem Therapeutikum der Johanna-Kirchner-Stiftung kümmert sich jetzt halbtags um das Sportangebot die Männer. Voller Begeisterung zeigt er den gerade eingerichteten Fitness-Raum. Viele Geflüchtete haben hier mit angepackt. Der riesige Kellerraum musste entrümpelt und geputzt werden. Jetzt stehen hier Fitness-Geräte, die Nedal Dasan besorgt hat und in die er die Männer einweisen wird.
„Alle geflüchteten Männer im Henriette- Fürth-Haus wurden der Stadt Frankfurt zugewiesen und sind somit Frankfurter Bürger“, sagt Petra Fischer-Thöns. Teils wurde ihr Asylantrag für drei Jahre bewilligt,
teils haben sie eine subsidiäre Aufenthaltserlaubnis oder warten noch auf das Ergebnis ihres Asylantrags.

DURCH DEN DSCHUNGEL DER DEUTSCHEN BÜROKRATIE
Das sechsköpfige Team um Petra Fischer-Thöns kümmert sich um alle Behördenthemen sowie Fragen des Asylantrags und Gerichtsverhandlungen. Sie stehen in Kontakt mit dem Jobcenter, Rechtsanwälten, Ärzten und Krankenhäusern – kurzum betreuen sie das komplette Programm, um den Aufenthalt zu regeln. Unzählige Formblätter und Listen sind dafür auszufüllen.
Der AWO Kreisverband Frankfurt ist Träger der Flüchtlingsunterkunft im Auftrag der Stadt Frankfurt. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt funktioniert einfach toll“, betont Petra Fischer-Thöns.

AWO IN DER FLÜCHTLINGSHILFE GUT AUFGESTELLT
„Wir sind behutsam in die Flüchtlingshilfe hineingewachsen“, erklärt die Abteilungsleiterin des Bereichs. „Angefangen hat es vor zweieinhalb Jahren mit dem Giuseppe-Bruno-Haus im Stadtwald, in dem wir 28 Geflüchtete aufgenommen haben. Dann kam die Fabriksporthalle dazu, eine Notunterkunft in Fechenheim, die von der AWO bis zur ihrer Auflösung gemanagt wurde. Dort haben wir manchmal 200 neue Geflüchtete in einer Nacht aufgenommen“, erinnert sich Petra Fischer-Thöns. Heute ist der AWO Kreisverband Frankfurt in der Flüchtlingshilfe sehr gut etabliert. Als Träger betreut er neben dem Giuseppe-Bruno-Haus und der Sport- und Kulturhalle in Höchst das Bürgermeister-Menzer-Haus, das nach seinem Umbau 240 Geflüchteten eine Unterkunft bietet. Das Henriette-Fürth-Haus wird noch in diesem Jahr expandieren. Das dazugehörige Bürogebäude wird gerade für Familien umgebaut.

Martina Scheer