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Altenpflege im Umbruch - Plädayer für eine zukunftsfeste Neuausrichtung

Ein Beitrag von Dr. Jürgen G. Richter,

Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Frankfurt am Main e. V. und der Johanna-Kirchner-Stiftung

Heute wird die Johanna-Kirchner-Stiftung der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Frankfurt am Main e. V. (AWO Frankfurt) 60 Jahre alt. Die Stiftung verwaltet im Auftrag der AWO Frankfurt sechs Altenhilfezentren. Auch zu diesem Jubiläum lässt sich feststellen, dass das Haupt-Kontinuum im Bereich der Altenpflege der Wandel ist.

Eine zukunftsfeste Neuausrichtung der Pflegeversicherung scheint – trotz einiger Ankündigungen – noch keineswegs konzipiert zu sein. Die demographische Entwicklung generiert einen immer akuter werdenden Handlungsbedarf. Auch die Diskussion, ob das weitere Setzen auf eine reine Versicherungslösung oder eine Umwandlung in Richtung eines Leistungsgesetzes geboten wäre, wird nicht ernsthaft geführt. Stattdessen wartet der FDP-Gesundheitsminister mit dem Ladenhüter „Kapitaldeckung“ auf, was für einen weiteren Bereich der Sozialversicherung auf das Ende der paritätischen Finanzierung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber hinausliefe.

 Der Ruf nach „Eigenvorsorge“ in den Bereichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung passt zum Konzept der Privatisierung sozialer Absicherung und Daseinsvorsorge. Neben dem Rückzug des Staates wird gleichzeitig der Arbeitgeberanteil an der Sozialversicherung eingefroren und letztlich marginalisiert. Bei der Pflegeversicherung war der Arbeitgeberanteil von Anfang an durch Feiertagsverzicht überkompensiert.

Pflegeversicherung durch Steuern stärken

Es wäre an der Zeit, für die Pflegeversicherung eine Lösung anzustreben, die eine Mischform aus echter paritätischer Finanzierung und leistungsgesetzlicher Steuerfinanzierung darstellt. Wenn nicht künftig Steuermittel zur Finanzierung der Pflege mit eingesetzt werden, droht vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung ein Kollaps der Versicherung oder eine starke Leistungsreduzierung, die für die kommenden Altenkohorten einen Rückfall in Mehrbettzimmer und „Satt-und-Sauber-Pflege“ befürchten lassen.

Pflegeberufe müssen attraktiver werden

Auch der wachsende Mangel an Pflegepersonal erfordert mehr, als bloße Appelle. Allein in Hessen müssten wir, angesichts anstehender Altersabgänge, jährlich fast 500 zusätzliche Fachpflegekräfte ausbilden, um nur das Niveau der jetzigen Versorgung halten zu können. Wir müssen endlich anfangen, ernsthaft über die Attraktivität dieser Berufe unter den Aspekten Arbeitsbedingungen, Entlohnung und gesellschaftliche Akzeptanz intensiv zu sprechen und zu handeln. Hier ist Politik gefragt, sonst wandern noch mehr der ohnehin schon zu wenigen Pflegekräfte in die besser bezahlenden Nachbarländer ab.

Stationäre Pflege bleibt ein wichtiger Baustein

Ebenfalls problematisch sind die einseitige Verteufelung und Verzerrung der Arbeits- und Lebensbedingungen in unseren stationären Einrichtungen, die wahlweise als Geldmaschinen oder Orte der totalen Institution diffamiert werden. Was wir benötigen, ist ein die heutigen Abgrenzungen nivellierendes Versorgungssystem mit ambulanten, teilstationären und weiterhin auch stationären Modulen. Die individuellen Bedürfnisse und Wünsche müssen, im Kontext von Machbarkeit und Bezahlbarkeit, der Maßstab künftiger Leistungsangebote sein.

Vielfältige und kultursensible Pflegeangebote

 So bunt und unterschiedlich wie unsere Gesellschaft, sind immer ausgeprägter auch die Bedürfnisse und Wünsche alternder Menschen. Neben einer kultursensiblen Pflege werden wir auch in Zukunft – eng verzahnt und bei gegenseitiger Durchlässigkeit – alle denkbaren Varianten von Pflegeangeboten benötigen. Die Forderung nach Schließung aller Heime ist weder neu, noch fortschrittlich. Sie fördert Angst und nährt Vorstellungen, die mit der Realität in der Mehrheit der stationären Einrichtungen nichts mehr zu tun hat.

Dass auch die stationären Einrichtungen der Zukunft einen Wandel in Richtung von noch mehr sozialräumlicher Orientierung, kleineren Einrichtungen und verstärkter Individualisierung und Spezialisierung werden durchlaufen müssen, steht dabei außer Frage. Mit hoher Qualität – in Falle der Johanna-Kirchner-Stiftung durch MDK, Heimaufsicht, unabhängigen Zertifizierer (DIN ISO) und den „Grünen Haken“ für besondere Verbraucherfreundlichkeit der bundesweiten Interessenvertretung der Nutzer von Alteneinrichtungen bestätigt –, Individualität und Innovationsfähigkeit haben unsere stationären Einrichtungen auch weiterhin ihren Platz und ihre Notwendigkeit – auch nach 60 Jahren!

Lesen Sie zum 60-jährigen Jubiläum:

Der Mensch steht immer im Mittelpunkt

Die Johanna-Kirchner-Stiftung heute